Die Engländer sind wieder allen voraus!
Sie mögen vielleicht am tiefsten von allen Europäern in der Rezession stecken (und das, obwohl sie sich nie als Eropäer bezeichnen!) und immer noch zwei Wasserhähne statt einem am Waschbecken befestigt haben, aber in einem sind sie Spitzenreiter: Wenn es um Aljiah geht, die Auswanderung nach Israel. Die Zahlen vom Anfang dieses Jahres sprechen für sich: Zwischen Januar und Juni zogen 265 englische Juden nach Israel, eine Steigerung von 24% im Vergleich zum letzten Jahr. Vergleicht man das mit dem Anstieg von 16% der Auswanderer aus Nordamerika und dem läppischen 1% von denen aus der ehemaligen Sowjetunion, wird schnell klar: Die Engländer sind allen voraus! Insgesamt wird erwartet, das bis zum Jahr 2101 300 jüdische Briten nach Israel kommen, und insgesamt sollen es 800 werden.
Die meisten kommen, so Rafi Nassi, Direktor der Aljiahabteilung der Jewish Agency, weil sie ihre Kinder in einem jüdischen Staat aufziehen möchten. Das größte Hindernis ist weiterhin der finanzielle Aspekt, sowohl was die Finanzierung des Umzugs als auch die Jobsuche im Land betrifft.
Dem kommt Israel entgegen: Neueinwanderer, sogenannte Olim, müssen 10 (!) Jahre lang keine Steuern auf Einkommen bezahlen, das sie im Ausland verdienen. Das hilft natürlich denjenigen enorm, die weiterhin in England arbeiten möchten oder dort noch Häuser besitzen.
Neben der Jewish Agency, die auch in Deutschland aktiv ist, hilft in England und den USA auch die Organisation Nefesh B’ Nefesh Auswanderungswilligen, die Bürokratie und die Ainzelheiten des neuen Lebens zu organisieren.
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