Jüdisch spielen
Donnerstag, 11. Juni 2009Barbie soll ja jüdisch sein, so genau weiß das keiner - es macht sowieso keinen Unterschied, weil die berühmteste Puppe der Welt so amerikanisch ist wie apple pie. Aber auch das kann einmal langweilig werden, und so haben sich die Spielzeughersteller etwas Neues ausgedacht:
American Girl dolls. Das sind Puppen, die jeweils eine Epoche in der amerikanischen Geschichte repräsentieren - von dem Sklavenmädchen über die deutsche Neueinwanderin bis zum Hippie. Und da darf ein nettes jüdisches Mädchen natürlich nicht fehlen! Rebecca Rubin ist ursprünglich aus Russland (und darf passenderweise einen russischen Schal zu ihren Accessoires zählen), lebt nun aber in New York. In insgesamt sechs Büchern zur Puppe darf sie sich in allerlei Geschichten austoben, vom ersten Kinobesuch bis zur Ankunft ihrer Cousine. Aber was macht sie jüdisch? Nun, als Accessoire kann man das Schabbatset erwerben: Zwei Kerzenleuchter, eine Challah (wieso nur eine? Naja, egal), ein Samowar mit Gläsern zum Teekochen und ein Päckchen Ceylon Tee gehören dazu. Interessanterweise haben die Hersteller das wichtigste - Essen! - weggelassen. Rebecca soll auch eine Menorah und Latkes für Channukah besitzen, aber die konnte ich online nicht entdecken. Dennoch ist Rebecca schon ein Star, so wie die ganze Kollektion - ihr Schabbatset soll bereits für zwei Monate im voraus ausverkauft sein.
Eines aber ist Rebecca nicht: Günstig. $95 kostet die Puppe mit Buch, $68 ihr Schabbatset - da überlegt man sich doch, ob man nicht einfach mal wieder selber Schabbat feiert. Und die Barbies der Kinder mit an den Tisch setzt…