Krieg und Chanukkah
Sonntag, 28. Dezember 2008Es ist wieder Krieg in Israel. Und es ist Chanukkah, das Fest, dass den Sieg der Makkabäer über die Griechen feiert- oder genauer, den Sieg des Glaubens an die inneren Werte eines Menschen über den der äußeren. Denn was die Griechen anbeteten, war die Natur, und was sie darin sahen, war das Gesetz des Stärkeren. Die Juden hingegen sahen, dass die Natur von Gott geschaffen ist und die Aufgabe eines jeden darin besteht, diese Welt zu verändern, sie zu verbessern. Sie wollten sich keinem Regime beugen, dass den Wert eines Menschen nur in seiner physischen Stärke sah. Und dass sie es schafften, mit ihrer winzigen Armee den damals mächtigsten Militärapparat der Welt zu besiegen, ist eines der Wunder von Chanukkah (ja, es gibt noch viel mehr, aber Rabbi Kelemen weiß mehr darüber, einfach googeln).
Dieses Jahr vermischt sich die Erinnerung an den Sieg von damals mit der Hoffnung auf einen neuen in Israel. Und doch ist es ein ganz anderer Krieg, eine ganz andere Zeit. Es geht ums Überleben im physischen Sinne, mit Gegnern, die keine Kompromisse wollen, in einer Auseinandersetzung, die weitreichende Folgen haben kann. Wie wird sich der Iran verhalten? Was werden die arabischen Staaten unternehmen? Und was werden die USA tun, die doch mitten im Übergang zu einem neuen Präsidenten sind?
Chanukkah dreht sich nicht hauptächlich um einen militärischen Sieg. Es zeigt uns immer wieder, dass wir nie, nie, nie die Hoffnung aufgeben müssen, ungeachtet aller Niederlagen, Hindernisse und Gefahren. Acht kleine Lichter hellen die Dunkelheit auf - und sie erinnern uns in Zeiten von Krieg, Rezession und Angst daran, dass sich alles zum Guten wenden kann.
Chanukkah sameach!