“I suddenly started to wonder if I was missing something crucial to being human, such as being able to hear music or falling in love” - so erklaert der Mitdreissiger A.J. Jacobs seine skurrile Idee, ein Jahr nach der Bibel zu leben. Seine Frau Julie sowie die Soehne Jasper, Zane und Lucas konnten nur erstaunt zusehen, wie er sich einen Bart wachsen liess, anfing eine Tunika zu tragen- und vor allem strikt den Geboten der Torah zu folgen. Der bis dahin nichtreligiose Jude hielt Schabbat und Kaschrut und baute sogar die Steinigung eines Ehebrechers in seine Erfahrung ein: Als er einen traf, nahm er eine Handvoll Steinchen aus seiner Tasche, die er zu diesem Zweck bei sich trug und bewarf ihn damit. Das und anderes lehrte ihn, “dass man die Bibel nicht komplett woertlich nehmen kann- man benoetigt auch die muendliche Ueberlieferung.” Ergo den Talmud. Also kein Steinchenwerfen mehr ;-)
Sein Bart ist mittlerweile ab, aber einige Dinge sind ihm geblieben: er hat immer noch Kontakt mit den spirituellen Fuehrern, die waehrend dieser Zeit getroffen hat. “Ich hatte sehr viel Glueck (…), sie zu treffen”, so berichtet er. “Die meisten haben das Buch genossen. Ich habe mir ein wenig Sorgen gemacht, dass das Buch kontrovers sein koennte; ich wollte mich nicht ueber Religion lustig machen, sondern Religion leben.” Und eines hat ihn die ganze Sache noch gelehrt:
“G’tt ist der ultimative Elternteil. Die groesste Veraenderung in meiner Einstellung ist die, dass ich dankbarer geworden bin. Mir wurden die hundert kleinen Dinge bewusst, die richtig laufen, statt den drei oder vier, die nicht klappen.”
Wer Jacobs’ Reise mitmachen moechte: Er hat ein Buch darueber geschrieben.
A.J. Jacobs
“The year of living biblically”, dt. “Die Bibel und ich”
William Heinemann / dt. Ullstein
www.amazon.de/Die-Bibel-ich-auszog-w%C3%B6rtlich/dp/3550087241/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1218731201&sr=8-1