
…Geht das? Und vor allem wie geht das? “Die meisten Menschen, die ich kenne, halten sich für gute Menschen und würden auch gerne anderen helfen- aber wie? Bin ich schon ein guter Mensch, weil ich einer Bekannten zuhöre, wenn sie von ihren Krankheiten erzählt, oder geht unter Teilnahme an “Ärzte ohne Grenzen” gar nichts?
“Gutsein” , “ein guter Mensch sein” sind im Judentum keine schwammigen Begriffe, sondern sehr genau festgelegt. Ein Beispiel? Gibt man einem Bettler eine Münze, soll man ihn dabei freundlich ansehen, anstatt ihm achtlos eine Münze hinzuwerfen. Er ist schließlich kein Automat, sondern ein Mensch mit Würde. Kein Geld dabei oder keine Lust, etwas zu geben? Dann demjenigen wenigstens ein Lächeln schenken und kurz sagen “Leider kann ich heute nichts geben .”
Ob man gut ist oder nicht, hängt davon ab, ob man gerade nimmt oder gibt. Sage ich die Hilfe beim Umzug eines Freundes ab, weil ich nach der gestrigen Party zu müde bin, nehme ich. Halte ich meinen Mund, um unnötigen Streit mit jemandem zu vermeiden, bin ich in diesem Moment ein Geber. Ich gebe jemandem etwas- Zeit, Geduld, Geld- und kann so oft den gesamten Tagesablauf eines Menschen ändern! Wer kennt das nicht von sich selbst: Schlecht geschlafen, grummelig aufgewacht, miesepetrig zur Arbeit oder in die Uni gefahren- und da wartet dann die beste Freundin mit der Lieblingsschokolade auf einen, der Kollege hat die Papiere schon kopiert, der Freund abends bereits die Küche aufgeräumt…fantastisch.
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