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Interessantes aus dem Netz

25. Dezember 2009

Chanukkah liegt hinter uns, der Nahost-Konflikt jedoch leider nicht- im Gegenteil, eine Lösung liegt ferner denn je, trotz Tony Blairs Engagement in der Region und Obamas naiver Idee eines “Siedlungsstops”. Hamas hat nun zugegeben, dass sie hinter der Forderung, Zipi Livni anzuklagen, stehen- überrascht hat es wohl wieder nur die Europäer.
Eine Sammlung von interessanten Artikeln, die einem den Konflikt und dessen Hintergründe näherbringen, habe ich durch Zufall entdeckt: Das Middle East Forum www.meforum.org definiert sich als

a Philadelphia-based think tank, seeks to define and promote American interests in the Middle East and protect the Constitutional order from Middle Eastern influences.

Einer der Journalisten, der dort schreibt, ist Khaled Abu Toameh, ein israelisch-arabischer Journalist, dessen Auftritt im Film “Obsession- Radical Islam’s war against the West” mich zu diesem Forum geführt hat (Das Video gibt es unter www.obsessionthemovie.com/about_interviews_Toameh.php
kostenlos im Netz). Er schreibt seit über 20 Jahren aus dem Gazastreifen und der Westbank, arbeitet derzeit für die Jerusalem Post und lebt in Jerusalem- eine eher seltene Mischung.

Genug zu stöbern fürs Wochenende gibt es unter diesen Links auf jeden Fall!

Chanukkah- it’s Party time!

09. Dezember 2009

Diesen Freitag geht es los: Das Fest, das in ungefähr 100 verschiedenen Versionen geschrieben werden kann, ist wieder da: Chanukkah (oder Channukah, Chanuka, Hanukkah, Hanukah…)! Juhuu! Wem der Sinn danach steht, der sollte daher eine Party schmeißen- bei insgesamt acht Tagen Feier hat man genug Zeit. Zufällig bin ich auf diese netten Partytipps hier gestoßen:

www.toppartyideas.com/hanukkah

Dort gibt es Tipps für Tischdekorationen, ein Latkerezept und den Liedtext des bekanntesten amerikanischen Chanukkahliedes, “I have a swingin’ Dreidel”. Wer das passende Zubehör bestellen will, kann das z. B. in der Schweiz bei Books and Bagels (übrigens ein sehr schöner Laden, auf jeden Fall mal reingehen, wenn man gerade in Zürich ist):

www.booksnbagels.com/searchresults.php?Sstr=chanukah&filter=none

Oh, und wer noch nach der passenden Musik dazu sucht, dem kann ich dieses wunderbare Album empfehlen: Kenny Harris “Hanukkah swings!” Dort hat der Kantor die beliebtesten Lieder der Saison mit einer Big Band in ein Jazzgewand gepackt. Ein Album, das richtig Laune macht!

www.amazon.de/Hanukkah-Swings-Kenny-Ellis/dp/B0009UVBG8/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=music&qid=1260317294&sr=8-1

Wer mit dem Hintergrund des Festes nicht vertraut ist oder einen online Kalender mit den Segenssprüchen zum Zünden der Kerzen sucht, dem hilft- natürlich!- Chabad weiter:

www.chabadgermany.com/library/article_cdo/aid/757919/jewish/Die-acht-Tage-von-Chanukka.htm

So, und nun kann es losgehen- nur noch schnell den Leuchter putzen…

Chag Sameach!

Chanukkahmarkt

24. November 2009

Es ist wieder soweit: Am 29.11. geht er los, der Channukkahmarkt des Jüdischen Museums Berlin. Obwohl keine besonders jüdische Erfindung (ähem), ist er mit seinen Angeboten von Kitsch bis Kunst doch für all diejenigen einen Besuch wert, denen noch das eine oder andere jüdische Accessoire in ihrer Sammlung fehlt. Jüdische Spezialitäten sind ebenso zu finden wie Live Musik und ein ausgefallenes Begleiprogramm mit Puppenspiel. Also, nichts wie hin!

Jüdisches Museum Berlin, 29. November bis 27. Dezember 2009, täglich 12-18 Uhr (24.12. geschlossen)
www.jmberlin.de/main/DE/02-Veranstaltungen/02-Chanukka-Markt/00-chanukkamarkt2009-startseite.php

Hunger!

23. November 2009

Was haben eine altbabylonische Tonfiguren und eine Pepsi mit Hechscher (koscherem Zertifikat) gemeinsam? Sie teilen sich die Räume der Ausstellung “Koscher & Co. Über Essen und Religion” des Jüdischen Museums in Berlin. Dort nähert man sich dem Thema koscheres Essen und dessen Bedeutung für das Judentum auf plastische Art: So wird mithilfe einer langen Karawane aus Spielzeugtieren, von denen einige aufrecht stehen, andere liegen, der Unterschied zwischen koscheren und nichtkoscheren Tieren visuell sichtbar gemacht. Video- und Hörstationen gehen einen Schritt weiter und erklären, was eigentlich notwendig ist, damit Lebensmittel als koscher gelten- von Fleisch bis Fisch gibt es da einiges zu beachten.
Deshalb darf auch die neueste technische Errungenschaft, der “Bug Checker”, nicht in der Sammlung fehlen- das tragbare Leuchtpult macht es einfach, Insekten im Salat zu erkennen, deren Verzehr von der Perspektive der Torah aus gesehen meist schlimmer ist als der eines Schinkens- dabei übertritt man nur EIN Gebot, so ein kleines Insekt kann schonmal vier bis sechs Gebote beinhalten, die dann gebrochen werden. Und wer will einen Wurm im Salat haben? Eben.
Insgesamt 700 Exponate haben die Aussteller zusammengetragen, um Interessierten einen Einblick in das zu geben, was gemeinhim unter dem Namen “koscher” bekannt ist. Natürlich werden auch die einzelnen Speisegesetze erläutert, die mit Feiertagen oder besonderen Ereignissen zusammenhängen: Was wäre Schabbat ohne Challot oder Pessach ohne Mazza? Für die historisch Interessierten werden auch die Opfergaben im Tempel erklärt und Vergleiche zwischen anderen Religionen und deren Ess- und Trinkgewohnheiten aufgezeigt. Und wer etwas zu Hause nachkochen will: Nur zu! Einfach den eigenen “Koscher & Co” Löffel der Ausstellung mit nach Hause nehmen und auf der unten angegeben Homepage den fünfstelligen Code eingeben- schon tauchen sie auf, die Rezepte.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Februar zu sehen, der Eintritt kostet vier Euro.

Jüdisches Museum, Lindenstr. 9 - 14, Kreuzberg, bis 28. Februar, täglich 10 - 20 Uhr, Mo bis 22 Uhr
www.jmberlin.de/koscher/

Strange Fruit

30. Oktober 2009

Kürzlich fiel mir ein Büchlein über John Coltrane in die Hände (”John Coltrane - Jazz, racsism and resistance: extended version” von Martin Smith). Darin wird ein Song erwähnt, den Billi Holiday einst sang und damit unsterblich machte: “Strange Fruit”. Er widmet sich einem Phänomen, das sich im tiefen Süden der USA noch lange, lange nach Abschaffung der Sklaverei hielt: Der Verfolgung und Ermordung von Schwarzen. Oftmals wurden diese erhängt und dann an den Bäumen gelassen, unter denen sich später ganze Menschentrauben sammelten und die Leichen begafften. Ein Foto, das diesen Moment festhielt, soll den jüdischen Lehrer Abel Meeropol besonders inspiriert haben: Es wurde am 7. August 1930 aufgenommen und zeigt eine belustigte weiße Menschenmenge, die sich unter einem Baum versammelt hat. Über ihnen baumeln die Leichen zweier schwarzer Männer. Das Foto, von Lawrence Beitler aufgenommen, schockierte Meeropol derart, dass er einen Anti-Lynch Song verfasste:

Strange Fruit

Southern trees bear a strange fruit,
Blood on the leaves and blood on the root,
Black body swinging in the Southern breeze,
Strange fruit hanging from the poplar trees.

Pastoral scene of the gallant South,
The bulging eyes and the twisted mouth,
Scent of magnolia sweet and fresh,
And the sudden smell of burning flesh!

Here is the fruit for the crows to pluck,
For the rain to gather, for the wind to suck,
For the sun to rot, for a tree to drop,
Here is a strange and bitter crop.

Das Lied (Meeropol war sowohl für den Text als auch die Melodie verantwortlich) wurde 1936 in einer Gewerkschaftszeitung, “The New York Teacher, veröffentlicht und später von Meeropol, seiner Frau und Laura Duncan im Madison Square Garten aufgeführt. Später von Billie Holiday aufgenommen, wurde es ihr meistverkauftes Lied und inspirierte später noch eine Oper, zwei Novellen und ein Thaterspiel.

Meeropol machte indes noch anderweitig von sich reden: Nach der Exekutierung von Julius und Ethel Rosenberg, einem amerikanischen Ehepaar, das der Spionage für die Sowjetunion angeklagt wurde, adoptierte er deren zwei Söhne, die später auch seinen Nachnamen annahmen. Ein sehr interessantes Kapitel der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA, die damals auch von Juden sehr unterstützt wurde.

Die Engländer sind wieder allen voraus!

20. Oktober 2009

Sie mögen vielleicht am tiefsten von allen Europäern in der Rezession stecken (und das, obwohl sie sich nie als Eropäer bezeichnen!) und immer noch zwei Wasserhähne statt einem am Waschbecken befestigt haben, aber in einem sind sie Spitzenreiter: Wenn es um Aljiah geht, die Auswanderung nach Israel. Die Zahlen vom Anfang dieses Jahres sprechen für sich: Zwischen Januar und Juni zogen 265 englische Juden nach Israel, eine Steigerung von 24% im Vergleich zum letzten Jahr. Vergleicht man das mit dem Anstieg von 16% der Auswanderer aus Nordamerika und dem läppischen 1% von denen aus der ehemaligen Sowjetunion, wird schnell klar: Die Engländer sind allen voraus! Insgesamt wird erwartet, das bis zum Jahr 2101 300 jüdische Briten nach Israel kommen, und insgesamt sollen es 800 werden.
Die meisten kommen, so Rafi Nassi, Direktor der Aljiahabteilung der Jewish Agency, weil sie ihre Kinder in einem jüdischen Staat aufziehen möchten. Das größte Hindernis ist weiterhin der finanzielle Aspekt, sowohl was die Finanzierung des Umzugs als auch die Jobsuche im Land betrifft.
Dem kommt Israel entgegen: Neueinwanderer, sogenannte Olim, müssen 10 (!) Jahre lang keine Steuern auf Einkommen bezahlen, das sie im Ausland verdienen. Das hilft natürlich denjenigen enorm, die weiterhin in England arbeiten möchten oder dort noch Häuser besitzen.
Neben der Jewish Agency, die auch in Deutschland aktiv ist, hilft in England und den USA auch die Organisation Nefesh B’ Nefesh Auswanderungswilligen, die Bürokratie und die Ainzelheiten des neuen Lebens zu organisieren.

Free Gilad! Fuer wieviel?

05. Oktober 2009

Ganz Israel spricht seit dem vergangenen Freitag ueber das erste Video des entfuehrten Soldaten Gilad Shalit (Gilad ben Aviva) seit vier Jahren. Mager sieht er aus, aber ueber alles andere ist man sich uneinig- geht es ihm gut, wird er geschlagen, was fuer Botschaften sendet das Video? Hier kann man sich es mit englischen Untertiteln ansehen und sich sein eigenes Bild machen:

www.haaretz.com/hasen/spages/1118449.html

Eines jedoch ist nun sicher: Er lebt noch. Das kann sich jedoch jederzeit aendern. Hamas fordert nun einen exorbitanten Preis fuer den Israeli: Insgesamt 100 (!) Terroristen, die derzeit in israelischen Gefaengnissen sitzen, darunter ueber 400 der gefaehrlichsten Menschen, die unter anderem den Terroranschlag auf die Sbarropizza in Jerusalem und ein Hotel in Naharia an Pessach zu verantworten haben. Und das ist noch nicht genug: Der Fuehrer der Hamas hat bereits angekunedigt, die Entfuehrung weiterer Soldaten anzustreben, um noch mehr fuer Hamas herausschlagen zu koennen. Zudem stehen naechstes Jahr Wahlen an, und 1000 freie Terroristen sind nahezu ein Garant fuer einen Wahlsieg der Hamas.

Doch leider scheint die nationale Meinung so verblendet, dass vielen Israelis das alles egal ist, Hauptsache, “ihr” Gilad kommt heil zurueck. Schliesslich hat fast jede Familie ein Kind in der Armee und kann sich mit seinen Eltern identifizieren. Doch sind sie auch bereit, mit dem Leben ihres eigenen Kindes zu bezahlen? Stimmt Netanjahu dem Deal zu, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der naechste Gilad entfuehrt wird….

Asaf Wohl, Journalist fuer ynet, hat dazu einen sehr guten Artikel geschrieben, in dem er vorschlaegt, doch die fuer den ganzen Schlamassel bezahlen zu lassen, die ihn verursacht haben: Die Palaestinenser, die Hamas gewaehlt haben. Realistisch? Wohl kaum. Doch Realismus hat einem in Israel noch nie weitergeholfen…

www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3785570,00.html

Netanjahu und ganz Israel steht mit dem Ruecken zur Wand. Wo ist eigentlich die UN, wenn man sie mal braucht?

Time of my life

02. Oktober 2009

Rosch HaSchana und Jom Kippur liegen hinter uns, nun heisst es “sman simchateinu”- Zeit unserer Freude, denn das Laubhuettenfest geht heute los! In Israel, London und New York stehen Laubhuetten vor den Restaurants, Scharen von Familien kommen in diesen Tagen zusammen, und an den Zwischenfeiertagen werden jede Menge Ausfluege unternommen.

Auch wenn es auf den ersten Blick wie ein Widerspruch scheint, dieses Video kann einen in die richtige Stimmung bringen- am 22.10. wird der Film ueber diese faszinierende Frau in New York praesentiert, die trotz ihrer schweren Krankheit und der schlussendlichen Gewissheit, sie nicht besiegen zu koennen, “besimcha”- froehlich- war:

www.youtube.com/watch?v=ntjur5WgUQ0

Konversion als Comedy

09. September 2009

Kaum ein Thema wird ja so heiß diskutiert wie der Übertritt zum Judentum, egal wo: In Israel fragt man sich, ob und wie man die vielen russischen Einwanderer zum Glauben ihrer meist der Großväter bringen kann, in Amerika weiß man vor lauter verschiedenen jüdischen Richtungen schon gar nicht mehr, wer eigentlich Jude ist, und in Deutschland wird man meist nach Israel oder London geschickt, um dort zu konvertieren.
Ein schönes Beispiel für die komplexe Welt der Konversion ist der Amerikaner Yisrael Campbell, früher Christopher. Der gebürtige Amerikaner hat eine weite Reise hinter sich: Als Kind besuchte er eine katholische Schule, seine Tante war Nonne und seine Mutter eine zeitlang im Kloster - eine prägende Erfahrung. Und dennoch half sie ihm nicht weiter, als er mit 16 erkannte, dass er drogen- und alkoholabhänig war:

“The recovery process demanded I find a spiritual way of life and early on I learned that Catholicism was not for me (…) I thought that since I wasn’t a religious person I would like Judaism more than I had liked any other religion. So I took a course in basic Judaism. It was there I fell in love with (Reform) Judaism but to me it was just Judaism and I had no idea there were denominations.”

Nach seinem Übertritt zum Reformjudentum studierte Yisrael Theater in New York and begann mit Standup Comedy, ein nicht ganz einfaches Metier. Doch seine eigene Geschichte, verpackt in eine Mischung aus traditioneller Erzählung und “spiritual standup”, gefiel mehr und mehr Leuten, konnten sich doch viele mit dieser Suche nach Gott identifizieren. Der Humor tat ein Übriges, und so konnte er eine Reihe von One man Shows mit Titeln wie “Einstein was right” und “It’s not in Heaven” erfolgreich durchziehen.

Weil es so schön war und er sich erst nicht entscheiden konnte, trat Yisrael insgesamt dreimal über: Vom Katholizismus zum Reformjudentum, dann zum konservativen Judentum und schließlich orthodox. Dann erst nahm er den Namen Yisrael an und zog voller Konsequenz auch gleich nach Israel.

Dort lebt er heute (natürlich in Jerusalem- jeder anständige Baal Teshuvah oder Konvertit lebt in Jerusalem ;-) )mit Frau und drei Kindern. Er tritt noch immer weltweit auf, für jüdische Organisationen, auf Konferenzen und in Comedy Clubs- seine neue Show “You can never be too jewish” lief letztes Jahr in New York an.

Der “Matisyahu of Comedy” wurde aber erst richtig bekannt, als David Blumenfeld und Matthew Kalman eine Dokumentation mit dem schönen Titel “Circumcise me” drehten. Den Trailer gibt’s hier- vielleicht ein schöner Aufhänger für eine erneute Diskussion…?

www.youtube.com/watch?v=e0miQsmj6TE

Die spinnen, die Schweden - und die ZEIT auch

28. August 2009

Da will man ganz gemuetlich in den Schabbat starten - und ist schon wieder gleich mitten drin im Getuemmel. Wer mir diesmal das Wochenende vermurkst? Die Schweden, genauer gesagt die schwedische Zeitung Aftonbladet. Laut der ZEIT ist sie eine Boulevardzeitung, und das scheint sie dann jedweder Pflicht der Recherche oder des guten Geschmacks zu entheben. Daniel Boström, freier Autor fuer die Zeitung, hat naemlich dort behauptet- und jetzt kommts- dass israelische Soldaten Organe toter Palaestinenser stehlen wuerden.

Diese Behauptung ist so verrueckt, so fern jedweder Realitaet, dass sich bestimmt ein paar Anhaenger dafuer finden, die dann wieder obskure Blogs ins Netz stellen…aber darum geht es ja gar nicht, sondern um die Tatsache, dass dieser Boström fragwuerdige Indizien heranzieht, die dazu noch 16 Jahre alt sind, und sich trotz dieser angeblich ach so gross angelegten Aktionen keine Belege fuer diese Behauptungen finden lassen. Wen hat er herangezogen? Laut eigener Aussage palaestinensische Familienmitglieder eines 1992 von der israelischen Armee erschossenen Mannes - mehr Beweise hat er nicht, wie er auch zugegeben hat. Und nun hat auch noch die Jerusalem Post die Familie ausfindig gemacht, die sich nicht daran erinnern kann, einem auslaendischen Journalisten erzaehlt zu haben, dass die Organe ihres Sohnes gestohlen wurden.

Die ZEIT findet aber, dass die Empoerung Israels und die Forderung Netanjahus, den Artikel zu verurteilen, gegen die Meinungsfreiheit gegen und die ja sowieso hochzuhalten ist. Das ist schon eine sehr krude Argumentation -wen ich jetzt also etwas behaupten wollen wuerde, ohne dafuer Beweise zu haben (Deutschland ist in Organhandel verwickelt, Merkel handelt mit Drogen, ach, der Einfaelle gibt es genug…), dann faellt das schon unter Meinungsfreiheit???

Es ist die Aufgabe eines Journalisten, seine Leser zu informieren und dafuer zu recherchieren -aber letzteres faellt dieser Tage ja leider mehr und mehr unter den Tisch. Wieviele Leute werden jetzt den Inhalt dieses Artikels nachplappern und in ihm einen weiteren “Beweis” fuer das “unmenschliche” Vorgehen Israels suchen? Das kann ein lustiges Wochenende werden…